zufällige Kurzweil die Dame treibt im Ozean die Augen bläulich, rosa Wangen ein Umstand hat sie hingehangen welcher selbigst ohne Plan kam gelegentlich zur Brandung als Wasserberg nennt ein Vermerk und spült‘ sie von der Sandung die Dame trank dort nächtens Bier schöne Wolken war'n am Himmel und der Sterne Rumgefimmel jemand spielte noch Klavier schwebend ganz in Dunkelblau bringt die Weite noch am Ende das leise Tosen ans Gestrände nebst einer etwas klammen Frau (2001) Nr. 1
eine Chansonette aus Polen singt ein paar Triolen
von zwei kleinen Fohlen auf einem Berg von Kohlen verkauft davon Millionen als würde sich das lohnen und sagt dann unverhohlen ihr würde nichts gestohlen wird dann Pokale holen auf ihren Messingsohlen selbst meine Eltern johlen noch nächtens von den Fohlen (2002)
nächtliche Begebenheit
in den tiefsten Nachtminuten warfen dreißig kleine Puten Choräle ein in großen Stücken mein Geträum zu unterdrücken
tropfend aus den samtnen Kissen den Kopf vom Lärme angeschlissen winkt mir durch den Türspion irgendeines Paares Sohn stellt auf meine Küchenbänke Apfelkuchen und Getränke und versenkt der ersten Flasche Korken in des Bechers Asche erzählt ein bißchen, lacht dazu vom Warten in Honolulu der örtlichen Beliebigkeit und seiner Gattin Hochzeitskleid geht beim ersten Tageslicht das sich in meinen Augen bricht Wolken ziehn am Himmel über Kirchen und Gebimmel (2001)
die kleine Dicke
ein Mädchen liegt samt seiner Decke auf einer Wiese und isst Schecke
genießt bei seinem süßen Mahl den angenehmen Blick ins Tal sie trinkt zum Kuchen roten Wein und schaufelt weiter in sich rein am runden Körper hat die Kleine schließlich weder Arm noch Beine ganz euphorisch rollt sie munter den ziemlich steilen Hügel runter unten bleibt sie trunken liegen sieht in die Bäume, die sich biegen sie könnte sich jetzt gut erholen doch muß sie noch die Decke holen (2002)
brand eins Getös' am sonst so stillen Nachmittag, an dem gewöhnlich höchstens eine handvoll Grillen milde tönt versöhnlich
am Ort des Brunnens mit der Tat das Kindchen schon gefallen war weil’s doch keine Flügel hat drum hat's geschrien sogar die Gesellschaft um die Grube ist entrückt und tief berührt Eine rief noch: Huch - der Bube und wurde trunken fortgeführt langsam löst sich das Gedränge Einer warf ein Handtuch nach paar Sensible aus der Menge geh'n nach haus und liegen wach und als die Zeitung es schon brachte ein Opa (von dem Graus beklommen) von Durst geschwächt ans Schöpfen dachte da kam im Napf das Kind geschwommen den Bademantel abgekartet weiß gestreift mit rosa Bommeln etwas später als erwartet ist das Kind ins Bett gekommen (2003)
| TRANSIT Ein Märchen für Alle und Keinen (2002-2005) 164 Seiten 20 Gedichte "Ein sagenhaft spannendes Märchen, das fesselnd von der Liebe handelt - und allem was dazu gehört. Ein Buch, das keinen kalt lässt. Dieses bestechende Meisterwerk gegenwärtiger Literatur muss man gelesen haben."
Emil Otto Nardorff |